Friedrich Balthes - Ein herausragender Schäßburger Architekt
- Details
- Veröffentlicht am Samstag, 29. August 2009 08:41
Unter der Uhr des Palazzo Senatorio in Palermo steht: "Pereunt et imputantur". Das bedeutet: "Sie (die Stunden) vergehen und werden doch angerechnet." Daran denkt man unwillkürlich, wenn man versucht, einer in der Zeit versunkenen Geschichte oder dem Leben eines Menschen, der nicht mehr ist, nachzuspüren.

Friedrich Balthes, Selbstbildnis
Den Namen des Architekten Fritz Balthes hörte ich schon in meiner Kindheit von meinem Vater, der ebenfalls Architekt in Schäßburg war. Er hielt Fritz Balthes für einen der begabtesten Architekten Siebenbürgens. Mein Vater gehörte einer späteren Architektengeneration an, die die Zeit der Wiener Sezession und den Jugendstil (1890-1910), in welche das Wirken des Architekten Fritz Balthes fiel, grundsätzlich skeptisch betrachtete. Trotzdem war sein Urteil über diesen rundweg anerkennend.
Aus heutiger Sicht, bei dem inzwischen gewonnenen zeitlichen Abstand, hat der große Aufbruch zu neuen Ausdrucksformen gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Architektur und bildenden Künsten mit all ihren Tendenzen und Verästelungen, zu denen auch die Wiener Sezession und der Jugendstil gehören, ihren gebührenden Platz in der Beurteilung durch uns, der nunmehr dritten Generation, gefunden.
Fritz Balthes muss ein äußerst engagierter Mann mit großer Ausstrahlungskraft und einem unbändigen Schaffensdrang gewesen sein. Sein kurzes Wirken als Architekt von 1905 bis 1914 war geprägt von klaren Vorstellungen über Kunst und Architektur, die er in zahlreichen Artikeln, Vorträgen und theoretischen Schriften begründet hat.
Bei uns Siebenbürgern gilt Fritz Balthes als ein Architekt, der dem Jugendstil zuzurechnen ist. Das ist sehr vereinfacht und nur teilweise richtig. Er hat die romantische Furcht vor dem Überhandnehmen der Industrialisierung in Kunsthandwerk und Kunst, eine der Wurzeln des Jugendstils, nicht geteilt. Er bejahte die industrielle Entwicklung und wuchs so über den Jugendstil hinaus, ohne dessen Formensprache abzulehnen, wie dies z.B. sein Wiener Zeitgenosse, Adolf Loos, tat („ … Das Ornament wird von Verbrechern erzeugt …"). Am ehesten könnte man bei Fritz Balthes geistige Nähe zu der Deutschen Heimatschutz- und Werkbund-Bewegung finden. Sein Streben und Denken war ganz auf der Höhe seiner Zeit und er fühlte sich als Erneuerer in seinem heimatlichen Rahmen. Ob er alle Formen der damaligen künstlerischen und architektonischen Bestrebungen kannte, ist nicht sicher. Jedenfalls gehen viele seiner Ideen in die gleiche Richtung der in Deutschland und Österreich oft sehr heftig diskutierten grundsätzlichen Fragen der Kunst.
Der Deutsche Werkbund mit Karl Schmidt, Henry van de Velde und vielen anderen hatte zum Ziel, das Niveau der gewerblichen Produktion zu sichern und zu heben. Es wurde besonderer Wert auf die Qualität der handwerklichen Arbeit und des Materials gelegt (Es ist die Zeit, wo die deutschen Produkte durch modernes Design attraktiver werden und das "Made in Germany" zum Qualitätssiegel wird).
In Wien hatte sich Josef Hoffmann 1897 mit anderen jungen Künstlern, unter ihnen Josef Olbrich, zur Wiener Sezession zusammengeschlossen. Diese stand unter dem Einfluss des französischen und belgischen "Art Nouveau". Besonders die Wohnhäuser von Olbrich auf der Darmstädter Mathildenhöhe haben Fritz Balthes beeindruckt. Er schreibt: "... ich werde nie den auf keinem Bild darstellbaren Raumeindruck vergessen, den der Musikraum im Darmstädter Haus Josef Olbrichs machte … Die feierlich geschlossene Wirkung dieses Raumes ist nicht zu beschreiben, denn so ein Raum lässt sich eben nur als Raumeindruck, ich möchte sagen mit dem ganzen Körper empfinden …".
Wie Adolf Loos in Wien hat sich auch Fritz Balthes, oft sehr persönlich, zu kulturellen Fragen in all ihren Vielfältigkeiten geäußert, ohne aber ähnlich radikale und aggressive Ansichten zu vertreten wie jener. Er schreibt über: - das Bauen als Kunst - das Stadtbild - Wohnkultur - Raumkunst - Zeichenunterricht - Kleidung - Volksstil - ländliche Kunstpflege - Natur und Kunst - Farbenarchitektur - Straßenbepflanzung - Grundlagen des Sebastian-Hann-Vereins - alte Wandmalereien in der Kirche zu Heltau und vieles mehr. Es entsteht ein Bild eines sehr vielseitigen und selbständig denkenden Mannes, der sich den fortschrittlichen Ideen seiner Zeit, unter Beibehaltung überkommener Werte, insbesondere seiner siebenbürgischen Heimat, verpflichtet fühlt.

Fritz Balthes engagiert sich maßgeblich im Sebastian-Hann-Verein für heimische Kunstbestrebungen. Dieser Verein war in Siebenbürgen nach dem Vorbild des Dresdner Dürerverbundes zum Zwecke der ästhetischen Bildung und zur Verbreitung heimischer Kunst gegründet worden (1904). Im Rahmen des Sebastian-Hann-Vereins organisiert Balthes 1909 eine viel beachtete „Ausstellung für heimische Bauweise“ und schreibt für die Kulturzeitschrift „Die Karpathen“ mehrere Beiträge sowie einen Grundsatzartikel zur Wohnungsreform.
Hotel Stern in der Baiergasse vor dem Umbau 1910 - Archivbild
Seine Grundüberzeugung als Architekt beschreibt er so: „Jedes Bauwerk ist von drei Faktoren abhängig: vom Bedürfnis, der Construction und seiner Heimat …“, wobei er letztere so definiert: „… drittens muss ein Bau seine Heimat haben, d.h. er muss in seiner Heimat stehen und er muss sich mit seinem Nachbarn vertragen …“. An anderer Stelle schreibt er: „… den Raum in Beziehung zum Menschen setzen: das ist Architektur…“ und weil man nicht nur schöne Häuser bauen soll, sondern schöne Situationen das Wertvolle sind, erhält der Städtebau ein ganz besonderes Gewicht: „… Ziel unserer künstlerischen Kultur: alle Bauten, Berge, Bäume, Wege, Gebilde von Natur und Menschenhand zusammen zu fassen und daraus ein einheitliches Kunstwerk zu formen, die schöne Stadt … Wert des Städtebaues: das Ganze sehen! …“ Diese Ansicht vertrat Balthes ganz im Sinne Camillo Sittes, der im Mai 1889 die erste Auflage seines Buches „Der Städtebau - nach seinen künstlerischen Grundsätzen“ in Wien veröffentlicht und damit einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der für den Städtebau geltenden Überzeugungen der Architekten ausgeübt hatte.

Hotel „Zum goldenen Stern“ kurz nach der Einweihung 1912 - Archivbild
Der von Fritz Balthes vertretene Grundsatz, dass ein Gebäude sich in seine Umgebung mit Behutsamkeit einfügen sollte, gewinnt heute wieder immer mehr an Bedeutung, insbesondere bei so kleinen Ensembels wie Schäßburg. Um so mehr sind die Neuschöpfungen in unserer Heimatstadt, wie z.B. das CEC-Gebäude auf dem ehemaligen Kleinen Markt, klare Fehlleistungen. Aber auch auffällige Renovierungen und Instandsetzungen alter Bausubstanz, wie z.B. das Haus mit dem Hirschgeweih, dessen Fassaden auf einen (angeblichen) älteren Stand zurück renoviert wurden, sind nur bedingt zu rechtfertigen und entspricht kaum heutigen denkmalpflegerischen Vorgehensweisen.

Detail Fasade des Hotels "Zum goldenen Stern" - Foto: Dieter Hubatsch
Als damals moderner Architekt hatte Fritz Balthes sich vom Historismus und Klassizismus gelöst. Er propagierte die Ideen des Deutschen Werkbundes und als nationalbewusster und heimatgebundener Siebenbürger Sachse versuchte er, der Heimatstilbewegung zum Durchbruch zu verhelfen. Diese war zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Form, in der die moderne Architektur in Siebenbürgen Einzug hielt.
In diesem Zusammenhang ist vor allem sein Entwurf für die Gartenstadt „Neu-Tartlau“ zu erwähnen. Zur Ausführung kam er nicht, weil der Erste Weltkrieg ausbrach. Wohl aber hat der Entwurf, den der junge Schäßburger Architekt auf Veranlassung der Konstanzer Holzverkohlungsindustrie (HIAG) erstellte, gewisse Bedeutung, denn er übertraf an Phantasie den konventionellen Entwurf zweier Münchener Architekten, den diese in der Zeitschrift: „Der Städtebau“ veröffentlicht hatten. Der Entwurf von Balthes wurde erst nach seinem Tode von seinem Mitarbeiter, Freund und Schüler Karl Scheiner, ebenfalls in der Zeitschrift „Der Städtebau“ unter dem Titel: „Die Gartenstadt Neu-Tartlau in Siebenbürgen“ veröffentlicht (1917). Die Bezeichnung Gartenstadt trifft nicht ganz die Vorstellungen des Engländers Ebenezer Howard, der den Begriff geprägt hat. Dieser verstand die Gartenstadt als einen „Stadt-Land-Magnet“, der die Vorteile der Stadt (reges Gesellschaftsleben) mit denen des Landes (gesunde, grüne Umgebung, Raum) vereinigt. Seine Vorstellungen sind in Deutschland bei der Planung von Wohnsiedlungen sehr abgewandelt worden.
Der Entwurf von Fritz Balthes entsprach den Prinzipien der damaligen Wohnungs- und Städtebau-Reformbewegung, ordnete aber die einzelnen Häuser in geschlossener Bauweise an und legte großes Gewicht auf farbige Gestaltung. Dieses und anderes mehr entsprach der Bauweise siebenbürgischer Dörfer und Siedlungen. Natürlich greift Scheiner zu weit, wenn er Siebenbürgen als das „Urheimatland des deutschen Stiles“ und Fritz Balthes, als dessen Begründer feiert (1919).

Gesellschaftszimmer des Hotels - Archivbild

Kaffeehaus des Hotels - Archivbild
Wenn man aber in Betracht zieht, dass Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg der „siebenbürgisch-ungarische Heimatstil“ bei den Ungarn zum nationalen Anliegen geworden war (z.B. das Komitatshaus in Schäßburg) und dass Balthes sich der neuen, ungünstigen Lage, der nunmehr ohne Sonderrechte ausgestatteten Minderheit der Siebenbürger Sachsen sicherlich bewusst war, ist es wahrscheinlich, dass er auf dem Gebiet der Architektur ein Gegengewicht schaffen wollte und den „siebenbürgisch-sächsischen Heimatstil“ vertrat.
Als gebürtiger Schäßburger kannte ich von Kindheit an zwei wichtige Bauwerke von Fritz Balthes, auf die mich mein Vater aufmerksam gemacht hatte: das Hotel „Goldener Stern“ in Schäßburg und das „Stefan-Ludwig-Roth-Gymnasium“ in Mediasch. Beide Gebäude zeichnen sich durch eine durchdachte Funktionalität aus. Die Planung erfolgte von innen nach außen, was sich zu der Zeit noch nicht überall durchgesetzt hatte. Beide Bauwerke kennzeichnet ein sich von der Umgebung abhebendes Bauvolumen und sie fügen sich dennoch in diese gut ein, ja sie sind sogar ein architektonischer Brennpunkt (hier in der Baiergasse, dort in der Steingasse). Ob diese gekonnte Bewältigung relativ großer Bauvolumina und deren rücksichtsvolle Eingliederung in den Bestand auch bei dem Entwurf für den Ausbau des Gynmasialgebäudes in Schäßburg so gelungen wäre, sei dahingestellt. Dieser Entwurf gründete auf einem Bauprogramm, das eine sehr großzügige Ausstattung des Schulhauses mit Räumen vorsah, geeignet für einen vielfältigen, beinahe hochschulartigen Lehrbetrieb, dem ein großes Bauvolumen entsprechen musste.
Welche Überlegungen die Verantwortlichen zur Planung einer so beachtlichen Erweiterung des Gymnasiums oben auf dem Schulberg bewogen haben, geht aus dem von Balthes 1913 geschriebenen Erläuterungsbericht nicht hervor. Er selbst hat auch keinen anderen Standort für den Bau vorgeschlagen, obwohl er in seiner kritischen Stellungnahme zu der Aufstockung des alten Gymnasiums (1901) rhetorisch die Alternative stellt: „... abtragen und ein neues auf die Pfarrerswiese bauen.“ Zu dem von ihm geplanten Neubau schreibt er: „... war früher das Gymnasium ein Bestandteil des Berges, so muss nun der Berg ein Bestandteil des Gebäudes und zwar sein Sockel werden ... In diesem Sinne ist in die Lösung der architektonischen Aufgabe der ganze Bezirk einbezogen gedacht, der zwischen der alten Turnschule (heute Totenhalle), dem Pfarrhofplatz, der Schultreppe und dem Umweg liegt ... Der Kern und der Kopf der ganzen Stadt wird umgeformt, Schäßburg bleibt nicht mehr Schäßburg.“ Dieser Entwurf sah sicher einen höchst diskutablen Eingriff in die Stadtstruktur vor, indem eine architektonische Dominante neben das Wahrzeichen der Stadt, die Bergkirche, gebaut werden sollte.

Großer Speisesaal des Hotels - Archivbild
Balthes war sich der Tragweite des geplanten Eingriffs in das Erscheinungsbild der Stadt bewusst. Er hat für seinen Entwurf geworben und ihn auch zur Diskussion gestellt. Die Ausführung kam wegen dem ersten Weltkrieg nicht zustande.
Bis heute fehlt eine Liste aller von Fritz Balthes entworfenen und ausgeführten Gebäude. Von Herrn Dipl.-Ing Arch. Kurt Leonhardt wurden mir ergänzend zu den erwähnten Bauwerken, die beide zwischen 1910 und 1912 entstanden, noch folgende Gebäude genannt: - evangelisches Schulgebäude in Kleinschenk; - Wohnhaus Eugen Schotsch in der Tischlergasse in Schäßburg. Dazu kommen noch: - das Wohnhaus Karres in Mediasch - der Kindergarten in Agnetheln (an der Turnhalle) - der Marienburger Denkmalbau auf dem „Studentenhügel“ (1912) - das Gemeindewirtshaus in Schönberg (auch im sogenannten Heimatstil) - nach Karl Scheiner nicht näher benannte Gemeindehäuser, Schulen und Wohnhäuser auf dem Lande. Für zusätzliche Informationen aus dem Leserkreis, und Ergänzung obiger Aufzählung wäre ich dankbar.
Fritz Balthes vertrat die Ansicht, dass: „…die farbigen Architekturwerke unmittelbar als Kunstwerke wirken können…“ und die Gebäude sollten „…nach alter Art mit einem kräftigen Anstrich versehen werden …". Sein Mitarbeiter und Schüler Karl Scheiner hat in den 20er Jahren einige Häuser auf der Burg in Schäßburg farbig gestaltet und auch die Farbgebung der Innenräume der Kloster- und der Bergkirche bei ihrer Renovierung durch meinen Vater in den Jahren 1928 und 1934 maßgeblich mitbestimmt.

Das Mediascher „Stefan Ludwig Roth Gymnasium“ - Archivbild
Ich kann mich noch gut erinnern, dass Karl Scheiner (wegen seiner Farbenfreudigkeit, die ja sicherlich nicht auf kunsthistorischen und wissenschaftlichen Untersuchungen beruhte, als „Häuserschreck“ bekannt war. Die Schäßburger sind aber inzwischen mit den kräftigen Farben in unseren Kirchen und auf der Burg, die auch Tradition waren, gut zurecht gekommen. Es liegt die Vermutung nahe, dass Fritz Balthes ein geistiger Vater der von Karl Scheiner konzipierten und ausgeführten Farbgestaltungen in Schäßburg war, gehörten diese doch auch zum "Heimatstil".
Auch um die Dokumentation des siebenbürgisch-sächsischen Kulturgutes war Balthes bemüht. Sein Architekturbüro hat zusammen mit seinem Studienkollegen Dipl.-Ing. Heinz Kayser die Bauaufnahmen der Kirchenburg und Kirche von Heltau, sowie der Kirche von Großschenk erstellt. Diese Arbeiten wurden von Arch. Kurt Leonhardt ergänzt und über die kommunistische Zeit hinweg gerettet.
Dass das Denken und Handeln von Fritz Balthes zukunftsorientiert und zukunftsbejahend war, zeigt seine eindeutige Stellungnahme für die Begründung einer Bildergalerie der Moderne (1912). Um die finanziellen Voraussetzungen hierfür zu schaffen, hätte jedoch Jan van Eycks Bildnis (Mann mit der blauen Sendelbinde) verkauft werden müssen. Balthes hat, trotz schwerer Bedenken, so wie die Mehrzahl der einheimischen Kunstschaffenden, diesem Verkauf zugestimmt. Zur Gründung dieser Kunstgalerie der Moderne und zum Verkauf des Bildes ist es nicht gekommen.
In seinem Tagebuch, das mit dem 31. Dezember 1908 beginnt und bis zum 9. Juni 1914 geführt wurde, erscheint Fritz Balthes als ein Mensch, der sich kritisch beobachtet und an sich selbst äußerst hohe Ansprüche stellt. Es scheint, dass ihn das Bewusstsein der Vergänglichkeit zur Selbstbestätigung durch entschlossenes Handeln getrieben hat. Er schreibt: „…Will ich mein Glück? Ich will mein Werk …“. Auch persönliches Missgeschick bringt ihn davon nicht ab. An anderer Stelle stehen die Worte: „… Tod wäre es dir, auf einer Blumeninsel zu liegen und spielend den Tag zu vertreiben …“.

Entwurf zur Vergrößerung und Erweiterung der Bergschule „Bischof Teutsch Gymnasium“ - Archivbild
Friedrich Albert Balthes wurde am 20. Juni 1882 in Schäßburg geboren. Nach dem Besuch des Schäßburger Gymnasiums studierte er von 1900 bis 1905 Architektur an den Technischen Hochschulen von: München, Berlin-Charlottenburg und Karlsruhe.

Entwurf des Gemeindewirtshauses in Schönberg - Archivbild
Seine Tätigkeit in Siebenbürgen erstreckt sich nicht nur auf Architektur, sondern auch auf Vorträge und Veröffentlichungen, deren Ziele vornehmlich Kunsterziehung, Heimatschutz und Heimatpflege waren, die er insbesondere im Rahmen des Sebastian-Hann-Vereins verfolgte.
Im Dezember 1914 ist er, erst 32-jährig, auf dem Leben geschieden. Den Anfang des Ersten Weltkrieges hat er noch als österreichischer Leutnant der Reserve in Serbien erlebt. In Bezug auf den Krieg schrieb er folgenden Satz: „…Sollte er nicht am Ende mit seinen Schrecken und Verheerungen, die wir erst fühlen werden, die Völker zwingen, ihrer nationalen Sehnsucht zu entsagen und den echten deutschen Gedanken zur Wahrheit werden lassen: kein Volk hassen, sich allen Völkern, ihrer Mannigfaltigkeit und ihrer Menschlichkeit freuen …“. Leider ging die deutsche Geschichte in den nachfolgenden Jahrzehnten andere Wege.
Dem Architekten Balthes waren für sein Schaffen nur neun Jahre gegeben.
Herbert Letz (München)


