Zu unserem „Kirchengartschen“

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Vor einigen Monaten hatte ich eine Frage zu unserem „Kirchengartschen“ gestellt: Folgt die Anordnung der Kastanienbäume und der Eiche einer bestimmten Symbolik? Offensichtlich weiß niemand mehr, was sich unsere Vorfahren dabei gedacht haben, als sie die Bäume in dieser Anordnung pflanzten.

Eine gute Erklärung bzw. Interpretation bekam ich von Erwin Köber: Der Kreis ist ein Symbol für Gemeinschaft und Geschlossenheit. Es gibt keine Ecken, die in der Regel als Ort der Bestrafung und Buße gelten. Der Ring ist auch immer ein Symbol für Beständigkeit.

Den Hintergrund der oben gestellten Frage verrate ich erst jetzt, weil ich niemanden bei seiner Antwort damit beeinflussen wollte. Joachim Gremm, der Autor des Buches „Siebenbürgische Reise. Eine Rumänienfahrt zu Deutschen, Zigeunern, Ungarn und Rumänen“ (erschienen 2008), hatte sich bei mir gemeldet und die Frage zum „Kirchengartschen“ gestellt. Er hatte sich 2010 auf eine zweite Reise durch Siebenbürgen begeben und war gerade dabei, sein zweites Buch zu schreiben. Eine Station seiner Reise war auch Schönberg, wo er Frau Herbert begegnet ist. Dort ist ihm diese Baum-Anordnung aufgefallen. Er vermutete, dass es sich dabei um eine Darstellung von Jesus und seinen Jüngern handelt. Ob er die Baum-Anordnung letztendlich in seinem Buch erwähnt hat, weiß ich nicht. Wie die Siebenbürgische Zeitung berichtete, ist das Buch über seine zweite Reise erst kürzlich erschienen:

Joachim Gremm: „Siebenbürgische Wanderung. Zu Fuß zu Kirchenburgen und stillen Dörfern“, Schiller Verlag, Hermannstadt, Bonn, 2011, 164 Seiten mit 32 farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-941271-48-7.

Martin Schnabel