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Genealogie-Arbeitsseminar in Bad Kissingen
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- Veröffentlicht am Dienstag, 04. Januar 2011 10:07
Unter dem Motto „Der Genealoge und das Recht, der Genealoge und sein Werkzeug ‚der Computer’“ trafen sich die Mitarbeiter des Projektes „Siebenbürger Genealogie“ vom 15.10.-17.10. 2010 in Bad Kissingen zu ihrem Arbeitsseminar. Die HOG Schönberg war auch diesmal durch Michael Schneider vertreten.
Aus den ca. 300 sächsischen Ortschaften in Siebenbürgen, sind bis jetzt leider nur etwa 95 Personen daran interessiert, sich zur Festhaltung dieser geschichtlichen Gegebenheiten einzubringen. Dazu gehört die Dokumentation der Namen unserer Vorfahren, deren Tun und Wirken, ihrer Verbindungen und Berufe, die Verbindungen zwischen den Familien im Laufe der Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte. Wichtig ist auch die Aufarbeitung der Daten dieser Ahnen und deren Nachkommen, bis hin zu uns, die wir nun nicht mehr in Siebenbürgen leben. Persönlich finde ich es gut, dass wir dabei sind. In der Siebenbürgischen Zeitung vom 15.09.2010 kann man nachlesen, dass die HOG Schönberg eine von nur 27 HOGs ist, die das Projekt finanziell zu unterstützen, sei es durch die Beteiligung an der Digitalisierung der Mikrofilme, durch die Beschaffung sonstiger genealogischer Quellen, durch die Übernahme der Kosten für das Genealogie-Programm Gen_Plus und/oder für die Reise- und Unterbringungskosten der Projektmitarbeiter anlässlich der regelmäßigen Arbeitsseminare. Erfreulich ist es auch, dass sich immer mehrere HOG’s bereit erklären, das Projekt zu unterstützen.
Der Leiter des Projektes Dr. Christian Weiss eröffnete die Arbeiten, die sich der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, Sektion Genealogie, vorgenommen hatten. Diesmal beschäftigten uns folgende Themen: Das Sammeln von Daten ist eine der schwierigsten Aufgaben, die es in unserer Arbeit gibt. Erfreulicherweise ist es uns (Michael Schneider und Günter Orendi) gelungen, alle Geburts-/Taufdaten ab 1677-2002, die Verlobungsdaten ab 1789 und Sterbedaten ab 1761 lückenlos zu beschaffen. Dafür sagen wir auch hier ein Dankeschön an die Leitung des Staatsarchivs Hermannstadt und die des Archivs der Ev. Landeskirche in Rumänien im „Friedrich Teutsch Haus“ zu Hermannstadt, in Person von Herrn Dr. Teilemann, und nicht zuletzt an Herrn Pfarrer Boltres vom Agnethler Pfarramt. Diese ermöglichten uns, die nötigen Daten aus den Matrikeln (Kirchenbücher) zu Fotografieren (digitalisieren). Für die Erfassung und Bearbeiten der gesammelten Daten ist der Computer ein unentbehrliches Werkzeug. Um den Umgang mit diesem zu erleichtern, wurde auch diesmal Wert darauf gelegt, sich mit dem Thema „Computergenealogie, der PC ein Hilfswerk zur Genealogie (Tipps und Tricks)“ zu befassen. Der aus Heltau stammende Michael Herberth brachte uns als Teilnehmer und Referent einiges bei. Ein anderes wichtiges Thema war „Datenschutz in der Genealogie“. Herr Hans-Jürgen Wolff, Rechtsanwalt und Notar aus Bremen, gab uns sehr wichtige Tipps mit auf den Weg. Sehr wichtig ist bei solchen Seminaren immer auch der Austausch zwischen den Teilnehmern untereinander, sich kennen lernen, weil wir ja bei unseren Vorfahren immer wieder feststellen, dass es Verbindungen mit sehr vielen anderen Ortschaften gibt. So ist es möglich, die entsprechenden Daten auszutauschen. Andererseits ist es sehr wichtig, dass alle einheitlich arbeiten, um das Zusammenfügen der Daten am Schluss zu erleichtern. Das von uns allen vorgegebenen Ziel der Zusammenführung der Daten aus allen Siebenbürgischen Ortschaften ist das Jahr 2013.
Einige von euch werden sich fragen, warum wir diesen Beitrag im „Echo“ bringen? Dies ist ganz einfach zu beantworten: Wir versuchen hiermit euch allen/ Ihnen allen deutlich zu machen, dass wir als HOG Schönberg im „Konzert“ der HOG’s aus Siebenbürgen mitspielen - wie ich meine mit Erfolg -, dass wir die Ziele, die wir uns laut unserer Satzung gesetzt haben, konsequent verfolgen. Was nutzt uns denn die Ahnenforschung? Dazu möchte ich ganz kurz Folgendes berichten: Als ich in meiner aktiven Zeit in der kirchlichen Verwaltung beschäftigt war, erklärte mir eine Mitarbeiterin, die das Kirchenregisteramt führte, dass fortwährend junge Menschen aus den USA zu ihr kommen, um ihre Wurzeln zu erforschen. Es waren meistens Interessenten der 4.-5. Generation seit der Auswanderung ihrer Vorfahren. Die Kinder und Enkelkinder haben sich zu der Zeit nicht darum bemüht. Ich bin mir sicher, dass es auch bei uns nicht anders sein wird. Bereits jetzt schon haben viele Schönberger mich darauf angesprochen und gefragt, ob ich ihnen einen Stammbaum erstellen könnte. Dies wird bald möglich sein. Nicht zuletzt, um ein Gesamtwerk auch für unsere Gemeinde in Form eines „Ortsfamilienbuches“ erstellen zu können, ist die Arbeit erforderlich. Außerdem tragen wir mit dazu bei, dass das Projekt „Siebenbürger Genealogie“ zum Erfolg führen wird.
Eine Bitte an alle möchte ich hier äußern: Sollte jemand im Besitz von Familienpässen, sonstigen alten Dokumenten und Fotos oder sonstigen Unterlagen sein, die wir in unserer Arbeit nutzen könnten, bitten wir, uns diese zur Verfügung (durch Leihen oder Abtreten) zu stellen. Persönlich bin ich jederzeit bereit, Fragen hierzu telefonisch oder schriftlich zu beantworten. Wie heißt es so schön: „Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft“.
Michael Schneider, Mainz, im Oktober 2010


