Kirchenburg
Neuerscheinung eines Buches mit Schönberger Schwerpunkt
- Details
- Veröffentlicht am Dienstag, 04. Januar 2011 10:14
Am 16. Juli 2010 stellte Herr Conf. Dr. Arh. Sergiu Nistor sein neues Buch mit der Überschrift „Transilvania: un patrimoniu în căutarea moştenitorilor săi“ („Siebenbürgen - ein Denkmal auf der Suche nach seinen Erben“) im Hermannstädter Kultur- und Begegnungszentrum „Friedrich Teutsch“ vor.
Die Schönberger Kirchenburg ist seit Juni 2003 in der Obhut der Universität für Architektur und Stadtplanung „Ion Mincu“ aus Bukarest. Sergiu Nistor war von Anfang an einer der Initiatoren und Hauptverantwortlichen für den Aufbau des Forschungszentrums in Schönberg. Den meisten von uns ist er aber als ehemaliger Kommissar der Kulturhauptstadt Hermannstadt 2007 bekannt.

Das Buch ist in rumänischer Sprache verfasst und in neun Kapitel gegliedert. Am Ende jedes Kapitels befindet sich auch jeweils eine Zusammenfassung in französischer und englischer Sprache. Nistor möchte dem Fachpublikum - aber auch allen anderen Interessierten - am Beispiel der Schönberger Kirchenburg die ältere und neuere Geschichte eines Denkmals näher bringen, welches im Hinblick auf Herkunft, Evolution und Transformation im Laufe der Zeit sinnbildlich ist. Darüber hinaus veranschaulicht das Beispiel Schönberg teilweise das Schicksal der historischen Denkmäler im Rumänien der Nachkriegszeit. Dabei präsentiert Nistor die Arbeiten an der Schönberger Kirchenburg, die in den letzten sechs Jahren stattgefunden haben. Er möchte sein Buch aber nicht als eine einfache positive Darstellung der Universitätsaktivitäten verstanden wissen, sondern als „Anerkennung an diejenigen, die uns ihre Schöpfung überlassen haben, damit wir diese den zukünftigen Generationen weitergeben.“ Die Universität „Ion Mincu“ wurde übrigens mit dem „premiul ‚Grigore Ionescu’ pentru Patrimonul Cultural National“ ausgezeichnet, weil sie sich als erste Universität langfristig für den Erhalt eines solchen Denkmals einsetzt.
Nistor betont, dass die Schönberger Situation nicht verallgemeinert werden kann und keinerlei optimistische Schlussfolgerung für andere Kirchenburgen zulässt. Vielmehr soll das Buch ein Alarmsignal für den Zustand der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen sein. Die positiven Erfahrungen aus Schönberg können dabei lediglich beweisen, dass „es geht“. Dabei betont er, dass der Erfolg nicht allein von den finanziellen Möglichkeiten abhängt. Die Verfügbarkeit von Geldern ist zwar wichtig, führt aber nicht automatisch zu positiven Ergebnissen. Essentiell ist jedoch der Wille, sich dem Denkmal anzunähern und die Absicht, es im Sinne der Gemeinschaft zu nutzen. Der Ehrgeiz, seine Bedeutung zu verstehen, um seine ursprünglichen Botschaften und Werte weiterzutragen und mit den Werten der Gegenwart anzureichern, ist der wertvollste Scheck den ein gefährdetes Denkmal „kassieren“ kann.
Das Buch bietet eine interessante Lektüre für jeden, der die rumänische Sprache beherrscht und das Thema „Kirchenburgen“ aus einen anderen Perspektive betrachten möchte. Es wird voraussichtlich noch in diesem Jahr im rumänischen Buchhandel angeboten. Die Interessenten, die sowieso nach Schönberg fahren, können sich an Marcel Nemeti wenden. Er wird immer einige Exemplare vorrätig haben.
Martin Schnabel


