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16. Tagung des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften

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Vom 14. bis 16. Oktober 2011 fand die 16. Tagung des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften e.V. in Bad Kissingen statt. Die HOG Schönberg wurde durch mich vertreten. Im Folgenden möchte ich einen groben Überblick über die behandelten Themen und die persönlichen Eindrücke geben.

Horst Göbbel referierte am Freitag Abend zum Thema „Hat unser Kulturerbe in Siebenbürgen noch eine Zukunft. Die eigentliche Tagung, zugleich auch Mitgliederversammlung des HOG-Verbandes, wurde am Samstag Morgen von Michael Konnerth eröffnet.

Zunächst berichtete Herr Bischof Reinhart Guib über die aktuelle Situation der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. Dabei beschrieb er die Aktivitäten der 40 Pfarrerinnen und Pfarrer, die ca. 13.000 Mitglieder betreuen. Er ging auf die Boden- und Immobilien-Rückgabe ein. Von 1300 Anträgen sind ca. 500 bearbeitet worden, zwei Drittel davon mit positivem Ausgang. Die Zukunftspläne der Landeskirche skizzierte er anhand des gerade erarbeiteten Konzeptes „Zukunft Kirche“. So ist beispielsweise die Produktion eines Films geplant, mit dem auf die Probleme der Kirchenburgen aufmerksam gemacht werden soll. Für das mobile Kulturgut (z.B. Altäre, Orgeln etc.) soll ein zentrales Archiv eingerichtet werden. Zudem soll ein touristisches Kirchenbüro gegründet werden. Trotz dieser Pläne wird als erste Priorität nicht der Erhalt der Kirchenburgen gesehen, sondern die Entwicklung der geistigen Kirche. In diesem Zusammenhang appellierte er an die HOGs, bei ihren Aktivitäten die vor Ort lebenden Personen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei betonte er, dass der Informationsfluss sehr wichtig für die Bildung von Gemeinschaft ist und dass Heimattreffen in Siebenbürgen sehr gerne gesehen sind.

Herr Friedrich Gunesch (Hauptanwalt der Kanzlei des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien) sprach über das angelaufene EU-Projekt, im Rahmen dessen 18 Kirchenburgen, darunter auch Schönberg, umfassend restauriert werden. In der anschließenden Fragerunde habe ich auf eine Diskussion hingewiesen, die zur Zeit in Facebook stattfindet. Dort werden mutmaßliche Probleme bei der Projektumsetzung diskutiert, die in Deutsch-Kreuz und Meschendorf aufgetreten sind. Ich wollte wissen, ob diese Gerüchte einen wahren Kern haben und wie diesbezüglich die Situation in Schönberg aussieht. Herr Gunesch ging sehr offen mit diesen kritischen Fragen um. Er erläuterte, dass die Bauüberwachung ausgeschrieben und vergeben wurde. Sie läuft allerdings nicht überall zufriedenstellend. Das ist auch der Grund dafür, dass jeweils eine Vertrauensperson vor Ort eingesetzt werden muss. In Schönberg gibt es jedoch keine Probleme. Die Vertrauensperson vor Ort ist Herr Marcel Nemeti. Die Universität Ion Mincu mit dem entsprechenden Sachverstand vor Ort zu haben, ist auch in diesem Zusammenhang ein besonders glücklicher Umstand für uns. Hier auf unserer HOG-Homepage sind unter „Fotos“ einige Eindrücke von den Baumaßnahmen zu sehen, die Krista Buchholzer im Sommer mitgebracht hat.

Der stellvertretende Bundesjugendleiter der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD), Andreas Roth, stellte die SJD vor. Die SJD ist als Jugendgliederung des Verbandes der Siebenbürger Sachsen darum bemüht, die Traditionen der Siebenbürger Sachsen zu bewahren und diese zeitgemäß jungen Menschen näher zu bringen. Sie beschäftigt sich jedoch nicht nur um Kultur, sondern gestaltet ein breit gefächertes Angebot vom kulturellen (z.B. Volkstanzseminar) bis zu Freizeitaktivitäten (z.B. Segelfreizeit). Sie haben zur Zeit ca. 540 Mitglieder. Man merkt bereits jetzt, dass ein Zeitpunkt gekommen ist, wo die meisten hier geboren sind und nicht mehr in Siebenbürgen. Trotzdem bzw. gerade deshalb erfreuen sie sich einer steigenden Mitgliederzahl. Herr Roth warb bei uns HOG-Vertretern um Kooperation (z.B. Unterstützung bei der Mitgliederwerbung), denn schließlich sichern die SJD-Mitglieder auch den Nachwuchs unserer HOGs. Dieser Appell hat mich persönlich erreicht und ich werde ihn bei unserer nächsten Vorstandssitzung als einen besonders wichtigen Punkt ansprechen.

Es folgten die Sitzungen der Regionalgruppen. Die HOG Schönberg ist Teil der Regionalgruppe Harbachtal und Großschenker Raum. Zu dieser Regionalgruppe gehören 28 HOGs, davon sind 18 HOGs Mitglied im Dachverband. Anwesend waren Vertreter von 13 HOGs. Eines unserer Themen war das Filmprojekt von Günther Czernetzky mit dem provozierenden Arbeitstitel „Oh Jammer ... im Harbachtal“ („Dor si Jale in Valea Hartibaciului“), über welches wir in der letzten Ausgabe berichtet hatten. Im Sommer hat ein Team von 15 Studenten die Filmarbeiten durchgeführt. Gefilmt wurde Retersdorf, Bekokten, Henndorf, Neithausen, Hundertbücheln, Kirchberg, Jakobsdorf, Probstdorf, Agnetheln, Alzen, Marpod, Leschkirch, Zied, Holzmengen, Mergeln und Schönberg. Die Kurzfilme je Ortschaft haben eine Dauer von ca. 5 bis 7 Minuten. Ich schlug vor, dass sich interessierte HOGs zusammenschließen und Hrn. Czernetzky anbieten, die DVD in einer hohen Stückzahl zu vervielfältigen. Jede HOG könnte dann ihren Mitgliedern eine DVD als Heftbeilage mitsenden. Durch die hohe Anzahl sinken die Stückkosten bei der Herstellung. Zudem entfällt der aufwändige Vertrieb (Einzelbestellungen, Versand etc.). Der Vorschlag wurde von den HOG-Vertretern angenommen und später Hrn. Czernetzky vorgetragen. Dieser betrachtet den Vorschlag jedoch als nicht umsetzbar, weil ihm die Vergabe der Vervielfältigungsrechte dabei problematisch erscheint. Stattdessen sollen die DVDs einzeln verkauft werden. Zur Erinnerung: Interessenten können bei Herrn Günter Czernetzky bestellen (15,- Euro/ DVD): This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. , Tel.: 0179-1176456.

Ein weiterer Punkt war der Entwurf einer Rahmenvereinbarung für den Beitritt des HOG-Verbandes zu dem Verband der Siebenbürger Sachsen (ehemalige Landsmannschaft). Der Entwurf wurde von Michael Konnerth erläutert und Fragen wurden beantwortet. Die Resonanz der Anwesenden war positiv.

Danach stellte ich noch folgende Idee in den Raum: Die HOGs unserer Regionalgruppe könnten sich bei der Unterstützung der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek zusammenschließen und ihre Aktivitäten koordinieren. Da in unserer Regionalgruppe bestimmte HOGs sowieso immer wieder spenden (z.B. Agnetheln) könnten wir (falls möglich und ökonomisch sinnvoll) eine Unterstiftung mit einem aussagekräftigen Namen gründen. Das Ziel wäre, in unserer siebenbürgisch-sächsischen Öffentlichkeit noch besser als Spender wahrgenommen zu werden. Es folgte eine erregte Diskussion über Management-Fehler der Siebenbürgischen Bibliothek, so dass mein eigentlicher Vorschlag vollständig unterging. Bei mir entstand der Eindruck, dass einige HOG-Vertreter nur nach Gründen suchen, um nicht zu spenden. Nach meinem Verständnis aber handelt es sich hier um eine zentrale Öffentlichkeitsarbeit einer HOG. Ein HOG-Vorstand sichert sich und seine Mitglieder mit einer Spende gegen Vorwürfe der späteren Generationen ab. Mit anderen Worten, wenn der Aufbau des Stiftungskapitals gelingt, kann die HOG Schönberg stolz auf ihren Beitrag sein. Wenn er jedoch scheitert, können wir Schönberger immer darauf hinweisen (und anhand der Stiftertafel beweisen), dass es an uns nicht lag. Diesen Fall wünsche ich mir zwar überhaupt nicht, wäre aber gespannt auf die Rechtfertigungsversuche einiger HOG-Vertreter, die jetzt auf prall gefüllten Kassen sitzen und trotz unzähliger verzweifelter Appelle der Stiftung nichts unternehmen wollen, sei es aufgrund von Unwissenheit oder einfach aus „Beratungsresistenz“.

Im Anschluss an die Sitzungen der Regionalgruppen sprach der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Dr. Bernd Fabritius, über die Beitrittsmöglichkeiten des HOG-Verbands zum Verband der Siebenbürger Sachsen. Die Auswertung eines Fragebogens an die HOGs präsentierte Hans Gärtner. Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ein Beitritt des HOG-Verbandes wird mehrheitlich gewollt. Über die Form des Beitrittes gibt es unterschiedliche Vorstellungen.

Mit einer Morgenandacht, gestaltet von Bischof Reinhart Guib, wurde der Sonntagvormittag eingeläutet. Danach wurde über den Beitritt des HOG-Verbandes zum Verband der Siebenbürger Sachsen kontrovers diskutiert. Im Anschluss fand eine geheime Abstimmung darüber statt, ob der Verbandsvorstand mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Verhandlungen treten kann und diesem bei positivem Ausgang auch beitritt. Das Abstimmungsergebnis war: 60 Stimmen dafür und acht Stimmen dagegen.

Der Verbandsvorsitzende Michael Konnerth verkündete seinen vorübergehenden Amtsverzicht aus gesundheitlichen Gründen. Die Amtsgeschäfte übernehmen bis zu seiner Genesung die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Karl-Heinz Brenndörfer und Werner Henning.

Die nächste Verbandstagung findet vom 25. bis 27. Oktober 2013 erneut in Bad Kissingen statt.

Martin Schnabel