Einschlafen dürfen, wenn man müde ist
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man sehr lange getragen hat,
das ist eine köstliche, eine wunderbare Sache.
Das Zitat von Hermann Hesse passt, wie ich finde, ganz genau zum Leben und zum Abschied von seinem irdischen Dasein - gemeint ist unser Landsmann, Nachbar und guter Freund vieler Schönberger, Johann (Hans) Herberth.

Hans Herberth erblickte am 23.01.1923 das Licht dieser Welt. Er war das erste von 5 Kindern, der Eheleute Johann Herberth und Katharina, geb. Michael Zikeli, aus dem Hause Nr. 15 in Schönberg. Im selbigen ist er nun am 25.04.2010, im gesegneten Alter von 87 Jahren für immer eingeschlafen. Hans, wie so mancher aus seiner Generation, musste auch die unsäglichen Wirren des Krieges aktiv miterleben. Nach dem Ende des Krieges, wieder zurück nach Schönberg heimgekehrt, heiratete er am 18.04.1948 Maria, geb. Thomas Buchholzer. Diese Ehe sollte, durch den Tod seiner Frau, am 14.10.1964 ein jähes Ende finden. Er blieb alleine zurück, mit 3 Kindern im Alter von 15, 12 und 9 Jahren, für die er da sein musste. Er fand, so wie es unser lieber Gott fügen wollte, wieder sein großes Glück, seine 2. Ehefrau, Hedwig Schindler, die er am 05.06.1965 heiratete.
Nun musste auch er, wie viele aus dieser Zeit, nach der Enteignung der landwirtschaftlichen Betriebe, den Lebensunterhalt und den seiner Familie bestreiten. So lernte er das Handwerk des Maurers. In all den Jahren gab es kaum ein Haus in Schönberg, in dem Hans nicht bei verschiedenen Neubauten oder Reparaturarbeiten sein Können unter Beweis gestellt hat. Wer erinnert sich nicht an seine unnachahmliche Art, schöne Lieder bei der Arbeit zu pfeifen mit der Kelle in der Hand? Sein ganzes Leben war geprägt vom Einsatz für seine Familie, aber ganz besonders auch vom Einsatz für die Gemeinschaft, in der er lebte. Er war es, der das Amt des Kirchenkurators in der schwierigsten Zeit, von 1990-1997 und ab 2000 bis zur Auflösung der Eigenständigkeit der Schönberger Kirchengemeinde, übernommen hat. Auch danach war er für die Belange der sehr stark geschrumpften evangelischen Kirchengemeinde immer da. Ich persönlich frage mich oft: Wie hätte ich mich da eingebracht für die Belange unserer wenigen Schönberger in der alten Heimat? In vielen Gesprächen mit ihm - damals noch als Vorsitzender unserer HOG - konnte ich mich überzeugen über seine Art, sich für das Wohl der wenigen Schönbergern einzusetzen. Unsere Meinungen mögen das eine oder andere mal nicht immer übereingestimmt haben, aber am Schluss haben wir immer eine, wie ich meine, gute Lösung gefunden. Seine ruhige Art zu argumentieren und seine Kompromissbereitschaft hat mich immer wieder positiv beeindruckt. Zuletzt hatten wir im August 2007, anlässlich unseres Schönberger Treffens in Schönberg miteinander Probleme bewältigt, obwohl ihm das Gehen sehr schwer fiel, war er immer bereit unseren Belangen nachzukommen. Alle unsere Vorstandsmitglieder, die mit Hans Herberth versucht haben, Probleme der Gemeinde zu bewältigen, sind sich einig darüber, dass es eine fruchtbare Zusammenarbeit war. Dafür und für vieles andere, hier nicht erwähntes, sind wir dir, Hans Herberth, sehr dankbar.
Der Vorstand der HOG Schönberg möchte hiermit, im Namen aller Schönberger, sein tiefes Bedauern um den Verlust eines treuen Landsmann, eines guten Kameraden, Nachbarn, Freund und sich für die Gemeinschaft aufopferungsvollen Schönbergers, zum Ausdruck bringen. Wir möchten auch dir Hedi, auch euch, seinen Kindern und Enkelkindern unser herzlichstes Beileid auch auf diesem Wege aussprechen. Er wird euch, aber auch uns Allen sehr fehlen. Euch, den Familienangehörigen wünschen wir die nötige Kraft mit dem Verlust fertig zu werden.
Dir lieber Freund Hans, wünschen wir, alle Schönberger, die ewige himmlische Ruh.
Im Namen des Vorstandes der HOG. Schönberg e.V.
Michael Schneider, Mainz - im Mai 2010
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